The Vile Maxim (since 2016)

«die besten Tools kennen und Zählerplätze planen und per App konfigurieren und für Energieeffizienz sorgen und die Zukunft installieren und engagiert arbeiten und dabei entspannt sein und im Team mehr erreichen und harte Fortbildungen durchlaufen und stolz auf sich sein und auf Licht und auf satte Strahlkraft stehen und selbst glänzen» (Spruch auf der Außenwand eines Messestandes, unbekann- ter Autor)
Ein Fetisch ist das Benutzen von Dingen, Menschen, Handlungen oder Räumen für einen Lustgewinn. Unabhängig von Nutzen oder Sinn geht es um das Benutzen an sich.
Karl Marx sprach von einem Fetischcharakter in der Warenordnung. Arbeitsprodukte bekamen, sobald mit ihnen gehandelt wurde, einen Wert zugeschrieben. Der Wert wurde als den Produkten innewohnend begriffen, obwohl er nur eine gesellschaftliche Zuschreibung war und ist. Diese Gedanken stammen bereits aus dem Kapital von 1872, dennoch kommen sie mir unverändert aktuell vor. Heute wird dem Gedanken des vermeintlich nötigen Wirtschaftswachstums nicht nur ein Sinn zugeschrieben. Vielmehr soll das Wachstum selbst der Sinn sein. Es scheint egal was verkauft wird. Die Hauptsache ist, es wird konsumiert. Wert und Nutzen haben die Bedeutung getauscht.
Der Mensch kommt in den Fotografien nur am Rande vor. Für das Funktionieren von, durch Marketing gesteuerten, Konsum sind die Verbraucher zwar die Voraussetzung, aber sie sind auch austauschbar. Denn Konsum ist Selbstzweck. Oder eben: Fetisch.

«know the best tools and plan meter panels and configure via app and care for efficiency of energy and install future and work hard and be relaxed simultaneously and achieve more in the team and run through tough professional development and be proud of yourself and dig the light and bright charisma and shine on your own» (written on the exterior wall of a tradefair-booth, unknown author)
Fetishism is the use of things, humans, actions or rooms for a gain of pleasure. Despite of usefulness or even sense, it is about using for itself.
Karl Marx spoke about Commodity Fetishism. As soon as the goods were traded, a countable value was attributed to manufactured products. This value was supposed to be inherent in the products, although it was, and still is, an attribution made by society. Although this was already written in 1867, it remains actual. Nowadays the allegedly necessary growth of economy is not only attributed senseful. The growth should rather be the sense. Selling is essential for itself, no matter what is sold. Value and utility seem to have switched their meaning. In the photographs, human only play a marginal role. For proper working, marketing driven consumption, the human is a premise. But when humans become consumers, they are interchangable. Because consumption is self purpose. Or: fetishism.