The Vile Maxim (since 2016)

Ein Fetisch ist das Benutzen von Dingen, Menschen, Handlungen oder Räumen für einen Lustgewinn. Unabhängig von Nutzen oder Sinn geht es um das Benutzen an sich.
Karl Marx sprach von einem Fetischcharakter in der Warenordnung. Arbeitsprodukte bekamen, sobald mit ihnen gehandelt wurde, einen Wert zugeschrieben. Der Wert wurde als den Produkten innewohnend begriffen, obwohl er nur eine gesellschaftliche Zuschreibung war und ist. Diese Gedanken stammen bereits aus dem Kapital von 1872, dennoch kommen sie mir unverändert aktuell vor. Heute wird dem Gedanken des vermeintlich nötigen Wirtschaftswachstums nicht nur ein Sinn zugeschrieben. Vielmehr soll das Wachstum selbst der Sinn sein. Es scheint egal was verkauft wird. Die Hauptsache ist, es wird konsumiert. Wert und Nutzen haben die Bedeutung getauscht.
Der Mensch kommt in den Fotografien nur am Rande vor. Für das Funktionieren von, durch Marketing gesteuerten, Konsum sind die Verbraucher zwar die Voraussetzung, aber sie sind auch austauschbar. Denn Konsum ist Selbstzweck. Oder eben: Fetisch.

Fetishism is the use of things, humans, actions or rooms for a gain of pleasure. Despite of usefulness or even sense, it is about using for itself.
Karl Marx spoke about Commodity Fetishism. As soon as the goods were traded, a countable value was attributed to manufactured products. This value was supposed to be inherent in the products, although it was, and still is, an attribution made by society. Although this was already written in 1867, it remains actual. Nowadays the allegedly necessary growth of economy is not only attributed senseful. The growth should rather be the sense. Selling is essential for itself, no matter what is sold. Value and utility seem to have switched their meaning. In the photographs, human only play a marginal role. For proper working, marketing driven consumption, the human is a premise. But when humans become consumers, they are interchangable. Because consumption is self purpose. Or: fetishism.